Brotzeit 2014

„Moment mal! Momente sammeln“, hieß es am vergangenen Freitag bei einer „Brotzeit“
der Landeskirchlichen Gemeinschaft Burgbernheim. Nachdem sich die der Einladung gefolgten Gäste am reichhaltigen Buffet gestärkt und Prediger Stefan Krumsdorf zusammen mit Maria Rummel ein humorvolles Anspiel zum Besten gegeben hatten, lauschten sie den Ausführungen des Ehepaares Susanne und Bodo Haas aus Schwarzbach an der Saale, Landkreis Hof.
Das Ehepaar Haas ist seit vielen Jahren in der Ehearbeit tätig. Die therapeutische Seelsorgerin und Heilpraktikerin Susanne Haas berät Ehepaare, arbeitet ehrenamtlich im Männergefängnis und gestaltet mit Ihrem Mann Bodo zusammen sogenannte „Verwöhnwochenenden“ und Vorträge wie zum Beispiel an diesem Abend in Burgbernheim.
Der Duden definiert einen „Moment“ als Zeitraum von sehr kurzer Dauer – einem Augenblick.
Es gäbe in unser aller Leben Momente, die wir mit bestimmten Ereignissen verbinden und die sich deshalb besonders bei uns einprägen, referierte Frau Haas. Ein Beispiel wäre der 11.September in Amerika, bei dem die zwei Türme des World Trade Centers bei einem Attentat zerstört wurden. Viele von uns wissen noch, wo Sie gerade waren, als die beiden Türme eingestürzt sind. Neben diesen Schreckensmomenten gibt es viele andere Momente wie z.B. Momente der Entscheidung, des Glücks, der Überraschung, etc. die uns präsent bleiben.
Das amüsante Lied „Momentensammler“ von Schmidbauer & Kälberer wies die Zuhörer darauf hin, wie viel und wie unterschiedlich Menschen sammeln, und dass „Nix is so schee wia der Momentm wo ois so so is wias ghert und as Leben kriagst einfach gschenkt.“
Bei der nun folgenden kleinen, kreativen Aufgabe war jeder Anwesende selbst gefragt, sich ein wenig Zeit zu nehmen, um sich über eigene Momente z. B. an Lieblingsorten, bei besonderen Festen und Gelegenheiten etc. Gedanken zu machen. Anschließend fanden an den Tischen lebhafte Gespräche dazu statt.

Ehepaar Haas

Ehepaar Haas

Die Referenten stellten im Anschluss an diesen Austausch eine Geschichte aus dem Kalender „Andere Zeiten“ vor. Der berühmte Violinist Joshua Bell, einer der besten Musiker der Welt, spielte an einer U-Bahn-Haltestelle von Washington DC den Vorbeieilenden Bach und Schubert vor, ein ganzes Konzert. Kaum einer blieb stehen und hörte ihm zu. Das gleiche Konzert hatte er zuvor in Bosten, vor ausverkauftem Haus, zum Preis von 100 Dollar pro Karte gegeben. Das Experiment sollte zeigen, ob wir die Besonderheit einer Situation in unerwartetem Kontext erkennen und ob wir uns im routinierten Tagesablauf vom Augenblick berühren lassen. Das scheint, wie in diesem Falle, nicht oft zu gelingen.
Damit wir solche besonderen Momente aber wahrnehmen und beachten, müssen wir achtsamer, aufmerksamer werden, genau hinsehen und hinhören manchmal einen zweiten Blick riskieren, oftmals die Routine durchbrechen. Man kann auf ein Ziel fixiert sein, muss auf dem Weg zu diesem Ziel aber aufmerksam bleiben, um schöne und besondere Momente nicht zu übersehen. Ein praktischer Tipp der Referenten war, am Ende eines Tages zu reflektieren, welche schönen Augenblicke er hatte. Das führe dazu, dass wir nicht achtlos an diesem Tag vorbei leben, sondern ihn als Positiv wahrnehmen könnten und so positive Energie freigesetzt würde. Nach dem Vortrag fand der Abend bei guten und anregenden Gesprächen einen entspannten Abschluss.

Martina Glück

Die Moderatoren Maria Rummel und Stefan Krumsdorf

Die Moderatoren Maria Rummel und Stefan Krumsdorf