Frühstückstreffen 2013

„Angst – Freund oder Feind?“

Ca. 50 Frauen stellten sich dieser Frage und ließen sich zu einem Frühstückstreffen für Frauen mit Vortrag in die Räume der Landeskirchlichen Gemeinschaft Burgbernheim einladen.Frau Andrea Kronester, Heilpraktikerin für Psychotherapie und therapeutische Seelsorge aus Petersaurach hatte sich bereit erklärt, zu dem interessanten Thema Angst zu sprechen.
Angst zeigt sich uns als Freund, der uns weiterbringt, jedoch auch als Feind, der uns Schaden zufügt.Ein gewisses Maß an Angst begleitet uns in unserem Leben und ist normal. Angst kann sich äußern: mit Symptomen wie Herzrasen, Schwitzen und Unruhe, um nur einige zu nennen. Man denkt oft „das schaff ich nie“, hat das Gefühl ausgeliefert zu sein. In einem solchen Fall ist unser Umgang mit der Angst wichtig. Weichen wir aus, verdrängen wir unsere Gefühle und laufen damit Gefahr, alles auf Dauer zu verschlimmern oder setzen wir uns damit auseinander und bewältigen wir die Krise?

Andrea Kronester über Angst in unserem Leben

Andrea Kronester über Angst in unserem Leben

Es gibt völlig berechtigte Angst vor einer realen Situation z.B. Prüfungsangst oder einem Sprung in die Tiefe. Sie ist notwendig und dient als Schutzfunktion. Angst versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, bereitet ihn auf Kampf oder Flucht vor. Adrenalin durchflutet uns und unsere Reaktions- und Leistungsfähigkeit, unsere Aufmerksamkeit und Intuition wird gesteigert. Bei den schon erwähnten Prüfungsängsten zwingt sie uns in der Regel dazu , uns gut vorzubereiten und uns dann konzentriert an die Arbeit zu machen. Angst ist auch eine positive Herausforderung zur Persönlichkeitsbildung. Mit der Angst vor dem Neuen beginnt die Auseinandersetzung mit dem Neuen. Wenn wir uns Angst einflößenden Herausforderungen gestellt, uns damit beschäftigt oder sogar erfolgreich überstanden haben, so bringt uns das in unserer Entwicklung voran. Es macht für uns Menschen das Reifen möglich.
Angst kann auch hormoneller Lustbringer bei dem Erleben extremer Situationen wie z.B. beim Bungeejumping sein. In jedem Falle legt sich nach überstandener Situation die Anspannung im Körper wieder und er entspannt sich bis zum Normalzustand. Findet jedoch genau diese Entspannung nicht statt, so nimmt die Angst krankhafte Züge an. In solchen Fällen lähmt sie uns, scheint übergroß und wir fühlen uns hilflos, ausgeliefert und können dem nichts entgegensetzen. Krankhafte Ängste schränken deutlich unsere Lebensfreiheit ein. Frau Kronester erläuterte den Anwesenden die sechs verschiedenen Formen von Angststörungen. Dabei stehen spezifische Phobien, Angst vor bestimmten Situationen und Objekten wie z.B. Flugzeugen oder Spinnen, sowie soziale Phobien, Angst vor Situationen bei denen man im Mittelpunkt des Interesses steht z.B. als Vortragender, an vorderster Stelle. Gefolgt werden sie von Agoraphobie (Platzangst) von Panikstörungen, die Angst vor der Angst sowie generalisierten Angststörungen, der Angst um Alles. Mit Krankheit, Existenzsorgen, und Verarmung seien hier nur einige Gründe genannt. Als letztes folgen Zwangsstörungen, hierbei stehen Zwangsgedanken, -impulse, -handlungen, wie z.B. ein Waschzwang etc. im Vordergrund. Wichtig sei dies vor dem Hintergrund, dass 15 % der Bevölkerung einmal im Leben an einer Angststörung leiden. All diese Störungen können verschiedene Auslöser haben. Körperliche Erkrankungen z.B. Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankungen, die Wechseljahre etc., die damit verbundene Einnahme bestimmter Medikamente wie Herz-Kreislaufmittel sowie Hirnschädigungen können als Nebeneffekt Ängste auslösen. Sie sind behandelbar und deshalb sei eine Abklärung beim Arzt notwendig und dringend zu empfehlen. Ursachen von Angststörungen können jedoch auch genetischer Art, also angeborene Veranlagungen sein. Es kann sich aber auch um erlerntes Verhalten handeln. Wenn in bestimmten Situationen vorgelebt wurde, mit Angst zu reagieren , ohne dass eine Auseinandersetzung stattfand, so werden wir in allen ähnlichen Situationen mit eben dieser Angst immer wieder konfrontiert. Ebenso können fortwährender negativer Stress sowie kritische Lebensereignisse wie Traumata z.B. Angst vor dem Ertrinken, Ursachen für Angststörungen sein. Diese Ursachen lassen sich in der Regel mit Hilfe von Psychotherapie beheben. Schon einfache Atemübungen können sich primär positiv auswirken. Man kann lernen, erlerntes Verhalten wieder Rückgängig zu machen. Bei Flug – und Spinnenangst hilft eine Desensibilisierungstherapie. In jedem Fall lohnt es sich Hilfe zu suchen und anzunehmen, denn nur wenn wir uns unseren Ängsten stellen und an Ihnen arbeiten können wir hoffen sie zu überwinden um ein gesundes, angstfreies Leben zu führen.

Martina Glück, Burgbernheim, 23. November 2013
 
 
 
Vielen Dank an unsere Kinderbetreuung, es scheint Spaß gemacht zu haben.
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