Frühstückstreffen 2012

„Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte“

Zum zweiten Mal lud die Landeskirchliche Gemeinschaft Burgbernheim nun schon zum Frühstückstreffen für Frauen in ihre eigenen Räume ein und rund 40 Frauen aus der Umgebung folgten dieser Einladung. Nach einem ausgiebigen Frühstück in angenehmer Atmosphäre wandten sich die Anwesenden dem Vortrag der Religionspädagogin Renate Schwab aus Bernhardswinden zu. Sie sprach über die Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte. Die Referentin begann ihren Vortrag mit einem kleinen Schauspiel. Sie machte sich stöhnend und mühsam, unter der Last ihres Rucksacks gebeugt, auf ihren Weg. Angekommen untersuchte sie welche Lasten sich in ihrem Rucksack eigentlich befinden und ihn so schwer machen. Neben einigen schönen Dingen, hier als Blumen dargestellt, die leicht sind, befinden sich auch viele Steine – mal kleine, mal große – im Gepäck, an denen man schwer zu tragen hat. Diese Steine haben wir uns im Laufe unseres Lebens zugelegt. Es sind Erfahrungen, die wir in bestimmten Zeiten und Situationen gemacht haben und die zu bestimmten Verhaltens weisen führen. Der Zwang, in der Kindheit Dinge zu tun, die wir nicht wollten, führt dazu, dass wir als Erwachsene in einer ähnlichen Lage die Gefühle dieser Momente wieder durchleben und jetzt ängstlich oder wütend werden oder aber resignieren und uns zurückziehen. Der erste Schritt zur Aufarbeitung und Beseitigung solcher Mechanismen sei der Wille diese Lasten anzusehen und zu erkennen. Auf welchem Weg ist das Gefühl, die Last in meinen Rucksack gekommen? Welche Auslöser gab es? Wenn wir die Auslöser erkennen, sollten wir die aufkommenden Emotionen fließen lassen und nicht etwa erstarren. Wut, Angst und selbst Rachegedanken zulassen. Der nächste Schritt sei das Loslassen. Dies könne zum Beispiel durch Klärung mit dem Verursacher des Auslösers geschehen oder durch Aussöhnung mit ihm. Der letzte Schritt sei zu vergeben. Vergeben kann man nicht müssen, aber der Wille zur Vergebung, die bewusste Entscheidung dafür, wird über kurz oder lang und Schritt für Schritt zum gewünschten Ergebnis führen. Trotz erfolgreicher Vergebung können einem die Gefühle und Emotionen auch später wieder einholen. Dann solle man nicht verzagen, sondern an der einmal gefassten Entscheidung festhalten. Die Referentin gab jedoch auch zu bedenken, dass man manchmal auch mit den Folgen einer Verletzung so gut man kann leben müsse. In jedem Fall sei eine wohlwollende Begleitung, zum Beispiel durch einen Therapeuten, eine gute Begleitung auf dem Weg. Für viele Menschen sei auch das Gebet und Gottes ermutigende Zusage für unser Leben eine wichtige Unterstützung. Schließlich gab Frau Schwab den Zuhörerinnen noch den Ratschlag, alles was unsere Abwehrkräfte stärkt in unseren Rucksack zu packen. Ein gutes Selbstwertgefühl, zum Beispiel erzeugt durch Anerkennung im Beruf, oder Privatleben, Freunde, Musik, Religion, etc , sorgt für gute Abwehrkräfte. Solche positiven Stärkungen sind eine gute Wegzehrung auf dem weiteren Lebensweg.

Martina Glück, Burgbernheim